PM: Lehrer*innen fehlen zum Halbjahreswechsel

Heute, am 28. Januar haben wir diese Pressemitteilung herausgegeben:

Gesamtschüler*innenvertretung befürchtet Verschlechterung des Unterrichts ab Februar

Schüler*innensprecher sieht Zukunft in Gefahr

Die Vertretung der Bremer Schülerinnenschaft (Gesamtschülerinnenvertretung Bremen/GSV) befürchtet eine Erhöhung des Unterrichtausfalls im kommenden Schulhalbjahr. Die Bildungsbehörde teilt zwar mit, es würden alle Stellen wiederbesetzt, doch liegen der GSV Zahlen vor, nach denen das nicht der Fall sein wird. Vorstandsmitglied Marc Castendiek äußert sich empört: „Die Bildungsbehörde weiß um nicht besetzte Stellen an Schulen und ignoriert die Befürchtungen von Schülerinnen, Eltern und Lehrkräften! Das ist kein Zeichen von Gesprächsbereitschaft!“ Laut Angaben der Bildungsgewerkschaft GEW werden über 50 Lehrerinnenstellen zum Halbjahresbeginn in Bremen fehlen und schon jetzt fällt etwa ein Achtel aller Stunden aus.

Von der Bildungssenatorin und dem Bremer Senat fordern die Schülerinnen ausfinanzierte Schulen und die Besetzung aller Stellen zum Schuljahreswechsel am 1. Februar. Castendiek weiter:
„Wir Schüler
innen brauchen genügend Lehrkräfte, damit wir nicht ohne Betreuung oder in zu großen Klassen sitzen. Nur wenn das Bildungssystem finanziert ist und wir genügend Lehrer*innen in den Schulen haben, können wir den Stoff auch verstehen, den wir in Abschlussprüfungen und Klausuren wiedergeben sollen.“

Der Schülerinnenvertreter kommentiert: „Wenn Finanz- und Bildungssenatorinnen nicht klar ist, dass junge Lehrerinnen schwanger werden, Lehrerinnen in Elternzeit gehen oder krank werden können, dann sind sie eine Fehlbesetzung an ihren Schreibtischen und sollten nicht weiter über den Stellenbedarf der Schulen entscheiden. Wir brauchen nicht nur eine vollständige Abdeckung des Unterrichts, sondern darüber hinaus noch Reserven für Ausfälle!“

 

Seit Jahren wird gegen diese Forderung vom Senat ins Feld geführt, dass die finanzielle Lage Bremens guten Unterricht nicht zulasse. Castendiek dazu: „Wir möchten die grüne Finanzsenatorin Frau Linnert an ihre Bundestags-Wahlwerbung erinnern: ‚Eure Schulden will ich nicht!‘ Dazu gehört auch, der Jugend eine Chance zu geben nicht selbst in den existierenden Teufelskreis von schlechter Schulbildung und schlechtem Einkommen im Erwerbsleben abzurutschen. Über weniger besetzte Stellen eine kleine Nachkommastelle in der bremischen Verschuldung zu ändern, kann für viele Schüler*innen später die eigene große Verschuldung und einen verschlechterten Lebensstandard bedeuten. Das ist nicht verhältnismäßig.“

In kaum einem anderen Bundesland ist der Zusammenhang zwischen armen Eltern und schlechten Schulabschlüssen so deutlich wie in Bremen. „Der Staat hat die Aufgabe die schulische Bildung der Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten, gerade dann, wenn es die Eltern nicht können – Fehlende Lehrkräfte bedeuten die Vernachlässigung von Schüler*innen. Diese Benachteiligung werden wir nicht widerstandslos hinnehmen. Erst vor kurzem hat sich das höchste beschlussfassende Gremium der GSV, bestehend aus Delegierten aller weiterführenden Schulen, einstimmig für mehr Schulstreiks und Schulbesetzungen ausgesprochen“ fasst Vorstandsmitglied Castendiek zusammen.

 

Die Pressemitteilung in pdf-Form: PM_GSV_Lehrerstellen-ab-Februar_14-01-28

 

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